Meine Auswertung zum Workshop an der KAS 09

Gut Ding will Weile haben, und manches muss sich auch erst setzen, bevor es gute Ergebnisse erreicht.

Obwohl mir der Workshop mit den Kollegen der KAS viel Spaß gemacht hat, weil nahezu alle offen für Neues waren, Fragen gestellt haben und sich mit ihrer Praxiserfahrung eingebracht haben, hatte ich hinterher daneben auch ein ungutes Gefühl. Das musste ich erst mal für mich sortieren. Woher kam’s? Was bedeutet es? Welche Konsequenzen kann ich daraus ziehen?

Die Bedingungen waren gemischt – eben wie die Praxis so ist: Interessierte und teilweise sehr engagierte KollegInnen, deren Voraussetzungen, Erfahrungen und Wünsche ich vorher nicht eruieren konnte. KollegInnen, die gar nicht wussten, was überhaupt auf sie zukommen würde; und KollegInnen, die vielleicht nicht alle freiwillig in diesem Workshop saßen. Bunt und heterogen.

Leider war keine Zeit gewesen, ein Teilnehmerfeedback für mich einzuholen. Das hat für mich den Auswertungsprozess schwierig gemacht. Trotzdem konnte ich von der Atmosphäre spüren, dass es nicht nur Zufriedenheit mit dem Workshop gab. Mit einem der Kollegen konnte ich mich nachträglich über Web 2.0 Medien austauschen. Das war sehr hilfreich!

Hier jetzt also die Ergebnisse meiner eigenen Lernerfahrung:

1. Unter den Umständen, dass ich vorher nichts von der Zusammensetzung des Workshops wusste (eine Deutschgruppe war kurzfristig dazu gekommen, nicht alle hatten einen Computer, die Voraussetzungen waren extrem homogen, die Gesamtanlage des Fortbildungstages war von der Steuergruppe der Schule produktorientiert gedacht gewesen ), hätte ich in der Planung schon einen Plan B haben müssen.

2. Mein Erkundungs- und Praxisideen-Programm (Plan A) war zu kompliziert für dieses komplexe Medium unter den gegebenen Bedingungen.

3. Besser als ein Fobi-Workshop in der Logik eines Erkundungsprojekts wäre unter diesen Bedingungen die Anlage in der Logik eines Gestaltungsprojekts (produktgesteuert gewesen).

4. Das hätte  konkret z.B. heißen können:

  • Phase 1: Ich führe über Beamer vor, wie ich für die Workshopgruppe ein gemeinsames Weblog einrichte (z.B. KAS-Fortbildungstag am 11.11.2009) – anstatt jeden TN ein eigenes Blog einrichten zu lassen;
  • alle werden als Autoren/Mitarbeiter eingepflegt. (Das Ganze dauert höchstens ½ Stunde. Dabei können die TN erstens per Demonstration sehen, wie man ein Blog erstellt, zweitens mitbestimmen, wie es aussieht, wie es heißen soll, usw.);
  • Phase 2: 1. Alle schreiben Beiträge ins Blog, binden Bilder u.a. Dateien ein; 2. lesen, was die anderen geschrieben haben; 3. kommentieren sich gegenseitig;
  • fertig ist das „Produkt“ für die Präsentation im Plenum und die TN haben Basics des Bloggens gelernt;
  • Phase 3: Reflexion: Was können wir mit dem, was wir jetzt gelernt haben, im Unterricht anfangen? —–Ideensammlung im Blog! 

Ich glaube, mit diesem alternativen Programm hätten die TN mehr Spaß und weniger Streß gehabt, und es wäre ein vorführbares Produkt entstanden, sowie eine gemeinsame Lernerfahrung, an der alle hinterher für ihre Praxis hätten anknüpfen können.

Schade, dass ich diesen Plan B nicht in der Situation herausziehen konnte, sondern erst in einer vergleichbaren neuen Fortbildungs-Situation.

Ich möchte mich darum hier nicht nur für die Geduld und das Engagement der Workshopteilnehmer bedanken, sondern auch für die Gelegenheit für mich, daraus zu lernen.

Trotzdem ist ja nicht nichts in unserem Workshop gelernt worden. Von einem Kollegen habe ich ein Feedback, nicht zuletzt über das von ihm neu konstruierte und erfolgversprechende Blog. Schön fände ich es natürlich, wenn hier die Teilnehmer in Kommentaren zu meiner Auswertung mitteilen würden, was sie kritisch anzumerken haben, aber auch, was sie trotz der für sie schwierigen Bedingungen lernen konnten. Ich bin gespannt!

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