Geschichte lernen durch Bloggen

Lehramststudenten lernen durch ein Blogprojekt, mit dem sie historische Mythen (neudeutsch: fake news) aufdecken:

geschichtsblog

(HI)STORIES ?! Legendenunterderlupe.wordpress.com

(Ich würde mir allerdings Hyperlinks in den Texten wünschen und unter der kategorie „Zum Weiterlesen“ nicht nur Empfehlungen auf Altholzmaterial, sondern selbstverständlich auch auf interessante – vllt auch kontroverse! – Materialien im Netz. Denn die sind sofort zugänglich. Die Hoffnung auf Bibliotheksbesuche der Kundschaft halte ich für extremes Wunschdenken. )

(Blog-)Projekt „Postwachstum“

Nach dem erfolgreichen Modell des Projekts Migration-Integration startete kürzlich ein neues (Blog-)Projekt im ganz normalen Unterricht einer ganz normalen Stadtteilschule in Hamburg zum Lerngegenstand Postwachstum

Postwachstum

Und schon wird heiß am derzeit beliebtesten Video: „Was passiert bei Fleischverzicht?“ diskutiert.
Die Schüler des 2. Semesters der 12. Klasse hatten in den Wochen zuvor im Unterricht Politik-Gesellschaft-Wirtschaft (PGW) die üblichen Inhalte zum Thema Wirtschaft erarbeitet. Jetzt können sie mit ihrem Wissen problemorientiert und personalisiert nach eigenen Bedürfnissen weiterarbeiten, neues Wissen bilden und altes infrage stellen. Ich war bei der Einstiegs-Session ins Projekt dabei und konnte miterleben, wie sehr sie sich für Wirtschaft interessieren, und wie engagiert sie diskutieren, wenn sie merken dürfen, dass es da um ihr eigenes Leben geht.

Mehr wird nicht verraten, denn die Schüler arbeiten daran. Aber das Blog darf selbstverständlich gerne auch „von außen“ schon jetzt kommunikativ genutzt werden! Je mehr gute, ernsthaft gemeinte Fragen oder Statements die Schüler beantworten müssen, desto mehr lernen sie.
Natürlich wird es wie bei dem anderen Projekt anschießend wieder eine Veröffentlichung als Lehrerhandreichung mit Informationen zur Projektmethode und einer Beschreibung und Auswertung des Unterrichts geben.

Politiklernen als öffentlicher Diskurs in einem Blog

Ganz neu ist das Blog War on Terror des Lehrers Christoph Roggon, das er nicht nur für seine Schüler des 4. Semesters am Gymnasium Blankenese aufgesetzt hat, sondern mit dem er auch für alle Lehrer, Schüler, Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigen wollen, einen öffentlichen Lernraum zur Verfügung stellt.

schulblog1

Wie schon im Blog Migration-Integration steht auch hier ein großes Angebot an Quellenmaterial bereit. Darüberhinaus wird angeboten, selbst am öffentlichen Diskurs mit Kommentaren, und als Schüler_in – auch wenn nicht in Roggons Kurs – mit eigenen Artikeln teilzunehmen und beizutragen.
Das ist eine tolle Sache! Es öffnet den Klassenraum in die Welt und lädt gleichzeitig die Welt ein, mit den Schülern in Dialog zu treten. Gerade für das Politiklernen goldrichtig. Und ich wünsche dem Blog, dem öffentlichen Lernen und der „Kern-Lerngruppe“ ab Februar viel Vergnügen und Erfolg bei der Bearbeitung des Themas. Ich wünsche viele spannende Fragen, Perspektiven und Dialoge.

LernLabBerlin

Wenn genügend Computer, Laptops, Macbooks, Netbooks etc. vorhanden sind, Wir haben den Computerraum Nr. 3, dann kann unser Projekt „Mein Blog – mein Tor zur Welt“ am 1. 11. 13 im LernLabBerlin starten.
Dabei werden hoffentlich 8 Schülerinnen und 9 Schüler der 11. Klasse sein, die dieses Projekt als „Challenge“ durchführen können.

Um meine Übersicht-über-den-Projekttag-Prezi hier zeigen zu können, habe ich es jetzt auch mal gewagt und mit Codeschnipseln herumexperimentiert. Aber ich konnte nicht mal mit der Rafaelschen Variante hinkriegen, dass die Prezi-Präsentation zum Laufen kommt. Code snippets richtig zu kombinieren lernt man eben auch nicht mal gleich eben so, und aller Anfang ist schwer. Vielleicht ist ein(e) Informatikerin unter den Schüler_innen, die es besser macht? *hope* ! Die meisten grundlegenden Computer+Internet-Kenntnisse habe ich von Schüler_innen und Referendaren, später auch von meinen Kindern bekommen. Und heute lautet das Motto: Netzprobleme werden im Netz gelöst. Wenn ich meine Frage „wie prezi in wordpress.com einbinden?“ google, bekomme ich allerdings immer Antworten von 2012. Offenbar hat sich inzwischen etwas geändert … vielleicht am Player?

Immerhin fürs erste: Man sieht einen Platzhalter! Wenn man auf den Link oder den unteren Button „Prezi Edu“ klickt, kommt man wenigstens sofort auf die richtige Seite von Prezi.com, um die Präse dort abzuspielen.

Unter der Überschrift „11. Klasse HvS Berlin“ findet ihr jetzt die 8 Blogs, die trotz des längeren Netz-Totalausfalls noch entstanden sind. Hut ab vor dem Durchhaltevermögen der Schüler_innen unter schweren Bedingungen!

Bloggen in der Schule – die 8.

Hallo liebe Referendarinnen und Referendare!

Für die 8. Runde des Moduls „Individualisiertes Unterrichten mit Weblogs“ nächste Woche wollte ich wieder mal etwas Neues für mich selbst lernen. Nichts Großes. Nur, wie man eine Fotogalerie ins Blog kriegt. Denn ich hatte mich mal mit der Handykamera im Gebäude unserer Abteilung Ausbildung (LIA) umgesehen und viele schöne Motive gefunden! Voilà:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Andere Präsentationsformen als diese Dia schow sind möglich.
Hiermit habe ich mir beigebracht, wie’s geht.

Inklusion? Jeder ist anders!

CC BY Mr. Kimberly

„Hello Stranger.“  So begrüßt der Vater seine neugeborene Tochter Zoe. In einem kurzen beeindruckenden Blogpost schreibt Mr. Kimberly über das Neugeborenen-Dasein:

They are unfamiliar with the world that parents live in. […] They are strange to themselves. […] They are learning machine, just newly turned on.

Lernen zu müssen, mit sich selbst und der Welt vertraut zu werden, das ist für jeden Menschen von Anfang an die vorgegebene Aufgabe. Und dabei muss jeder sich aus dem, was ihm widerfährt, seinen eigenen Sinn bilden, indem er auf seine je eigene individuelle Weise damit umgehen lernt.
Schule soll dabei helfen. Wie kann das gelingen, wenn jeder, wirklich jeder, anders ist?

In der Ära der Digitalität sind heute Medienformen entstanden, die es erleichtern, mit  anderen an einer Sache zu arbeiten und dabei dem eigenen persönlichen Sinn zu  folgen. Ein Weblog z.B. erlaubt einer Lerngruppe in ständigem Austausch über eine gemeinsam geteilte Sache zu sein, in der jedes Mitglied dieser Gruppe „sein eigenes Ding“ macht und damit gleichzeitig zu einem gemeinsamen Ergebnis beiträgt. Außerdem ermöglicht dieses Medium auch die Kommunikation der Gruppe mit der Welt.  Offen nach innen und offen nach außen.
Das sind gute Voraussetzungen für alle Strangers – also für uns alle – , sich (uns) selbst und die Welt immer besser zu verstehen. Und je besser wir verstehen, umso besser können unsere Leben gelingen. Mehr geht nicht.

Veg’s „neverseconds“ – Blogs sind Partizipationsmedien

Dass Blogs auch in der Schule sehr viel mehr sein können als nur nette tools, um den Unterricht besser „umzusetzen“,  sieht man an diesem Blog der 9-jährigen schottischen Schülerin Martha Payne mit dem Nick-Namen „Veg“. Der Name des Blogs „neversoconds“ bezieht sich auf die Praxis, dass beim Essen in der Schulkantine niemals ein Nachschlag gewährt wird.

„Veg“ fand ihr Schulessen schlecht, nicht sättigend und ungesund. Sie kam auf die Idee,  es jeden Tag zu fotografieren und  das jeweilige Bild ihres gefüllten Tellers in ihrem Blog ins Netz zu stellen …

Und das wurde daraus:
Innerhalb weniger Monate verbreitete sich das Blog in der ganzen Welt unter SchülerInnen, die mit ihrem Schulkantinenessen unzufrieden waren. Die Printmedien schrieben darüber, und Jamie Oliver, der beliebte englische Kochpädagoge (meine Bezeichnung), lud Veg zum öffentlichen Kochen ein. Und natürlich musste die Schule vor Ort reagieren – das Essen soll besser geworden sein, und es gibt inzwischen Nachschlag.
Veg sammelt außerdem Spendengelder in großer Zahl zur Unterstützung von Mary’s Meal, ihrem Projekt für Schulspeisung in Ländern mit Hungerproblemen.

(Projekt-)Lernen 2.0 at it’s best!
Was ich neben der beeindruckenden Tätigkeit der Schülerin außerdem bemerkenswert finde: Dieses Ereignis zeigt, wie mithilfe der social media aus dem Bedürfnis, sich um die Verbesserung der eigenen Situation zu kümmern, auch für andere ein großer Gewinn an Lebensqualität entstehen kann. Was aus Marys Blog wurde, ist nicht nur von ihr abhängig, sondern ganz eindeutig auch von den Reaktionen auf ihr Blog: Die Eltern unterstützen sie, sie bekommt positives Feedback von Peers und Erwachsenen vor Ort, sie muss nachdenken über den Hinweis, dass sie froh sein könnte, dass sie überhaupt etwas zu essen hat, anderswo wäre das nicht gesichert, usw. Sie lernt und wächst an ihrem eigenen Projekt, das sich in ein wachsendes Netz an „Mitlernern“ verwandelt.

Auch bei uns ist das Blog „neverseconds“ von Martha alias Veg inzwischen bekannt. Hier ein Artikel aus der Zeit.