Barrierefreiheit – Accessibility

Die neue Runde des Referendars-Moduls „Individualisiertes Unterrichten mit Weblogs“ am 14./15. Oktober steht bevor, und ich beschäftige mich mit den vorab geäußerten Wünschen der Teilnehmer_innen.

Eine Referendarin äußerte den Wunsch, etwas über barrierefreie Blogs zu erfahren. Das ist sicher auch eine Frage, die viele andere beschäftigt, die Blogs im inklusiven Unterricht einsetzen wollen.
Da ich mich bisher noch nicht damit beschäftigt habe, hier als ersten Aufschlag ein paar Einstiegswebseiten:

WordPress Barrierefreiheit https://wp-checker.de/wordpress-barrierefreiheit/

WordPress.com Accessibility Support https://en.support.wordpress.com/accessibility/

Blog Accessibility. Creating a Blogosphere for All, eine interessante Seite, in der man viele konkrete Einsichten erhält, welche Hürden im Einzelnen bestehen, und wie man sie ausräumen oder erleichtern kann http://blogaccessibility.com/

Gibt es Erfahrungen und Ideen mit Blog Accessibility? Und mit Einsatz im Unterricht? Ich freue ich über jeden Hinweis in den Kommentaren!
Vielen Dank schon mal im Voraus.

Schülerblogs im Deutschunterricht

Heute fand ich ein schönes Blogprojekt zur Lektüre von Max Frischs Homo Faber. Ich erinnere mich, dass der Roman zu meiner eigenen Schülerzeit eines meiner 5 Lieblingsbücher gewesen war. Damals war er noch zeitgenössische Literatur und ich hatte ihn zuhause gelesen – im Deutschunterricht kam soetwas leider nicht vor. Jetzt bin ich gespannt auf die Lektüre der Schülerblogs – was und warum fanden sie den Roman interessant oder nicht?

Hier ist das Blog, das die Schülerblogs zur Lektüre im Unterricht zusammenbindet:

http://homofaberblog.blogspot.de/2014/05/schulerblogs.html Und hier eines der Schülerblogs – das von David:

http://www.daveshomofaberblog.blogspot.de/

Wer nach einer kurzen und kurzweiligen Inhaltsangabe für den Roman sucht, findet sie hier, im Schülerblog von Marina als Lego Movie …

 

Geschichts-Projektblog

Heute fand ich – „geschichtsblog“ googelnd für einen Handbuch-Artikel – ein beeindruckendes Projektblog, mit dem eine Schülergruppe aus Bethel ihre 10-tägige Polenreise im März/April diesen Jahres begleitete. Bei der Präsentation der Projektergebnisse, die auf Einladung der Jüdischen Gemeinde Bielefeld am 11. Juni in der Synagoge Beit Tikwa stattfand, wäre ich gerne dabei gewesen.

screenshot blog Maidanekhttps://majdanek2014.wordpress.com/

Schülerinnenblog: Der vegane Selbstversuch

Im Zusammenhang mit dem Projekt „Postwachstum“ ist ein Blogprodukt (in progress) einer Schülerin entstanden, in dem sie protokolliert, wie es ihr in bisher 15 Tagen Veganleben ergeht. An einer Seite mit eigenen Rezepten will sie noch arbeiten :

vegan

 

„Und was hat das nun mit Wirtschaft zu tun?“, fragt eine Schülerin beim Peer-Review im Zwischenstands-Plenum zur Halbzeit der Projekt-Durchführung.
Darauf eine andere Schülerin: „Sie könnte ja ihren Fußabdruck für die Zeit des Nichtkonsums von tierischen Produkten neu ausrechnen!“
Wie zu hören war, will die Schülerin ihre Vegan-Erprobungszeit bis auf Weiteres verlängern …

 

Schülerblogs in Beijing

In meinem PLN und mit Serendipity – wie das halt so ist beim Lernen im Netz – fand ich heute ein Klassenblog der 4. Klasse von Frau Amanda Klahn aus England:

WAB_4K_AmandaKlahnSeit August mit Beginn der 4. Klasse läuft das Lernen offenbar mit einem persönlichen Gerät (einem Macbook) für jede(n) Schüler_in.  Die Hausaufgaben werden wochenweise gestellt, und die Schüler_innen arbeiten viel selbstorganisiert. Und alle haben sie eigene WordPress-Blogs, in denen sie ihre Hausaufgaben posten. Sie sind in der Blogroll verlinkt. Alexandro hatte neulich 27 Kommentare zu einer Hausaufgabe:

WAB_Alejandro
Jetzt war ich doch neugierig, um welche Schule es sich handelt, und wo auf der Welt diese Schulblog-Geschichte überhaupt spielt. Ein bisschen googlen war nötig, um herauszufinden was WAB bedeutet. Hier ist es:

Die Western Academy of Beijing

Es werden noch Lehrkräfte und Führungskräfte eingestellt. Hier die Bewerbungsliste:

WAB_jobopportunities

Geschichtsunterricht mit Blogs

Johannes Gienger, Lehrer am Johannes-Kepler-Gymnasium in Weil der Stadt und Leiter des Stadtmedienzentrums Stuttgart hat ein Modell „Blogs statt Geschichtshefte“ für seinen Geschichtsunterricht entwickelt und jahrelang erprobt.

Geschichtsblog
http://geschichtsheftsmz.wordpress.com/

Im Lehrerblog – s. screenshot – wird den Schülern Material (Fotoquellen und Lehrertexte) zur Verfügung gestellt, die die Schüler in ihre eigenen Blogs übernehmen können, wo sie auch ihre eigenen Arbeiten posten. Im Lehrerblog werden auch gemeinsam erarbeitete Texte und Beispiele aus den Schülerarbeiten gepostet.
Man kann das Konzept für seinen Unterricht und natürlich auch für andere Fächer übernehmen und natürlich als Geschichtslehrer das Blog von Johannes Gienger direkt im Unterricht einsetzen. Es liefert Material zum Zeitraum ‚Absolutismus‘ bis ‚Deutsches Kaiserreich‘.

Ich finde das eine prima Idee!

Hier ein Interview mit dem Lehrer über die Unterrichtserfahrungen damit.
Am Ende des Interviews gibt es eine Liste mit ausgewählten Schülerblogs:

http://geschichte.philip.over-blog.de/

http://verenageschichte.over-blog.de/

http://lenizingg.over-blog.de/

http://mini2.over-blog.de/

http://doro-doro.over-blog.de/

http://tcmredam.oyla15.de

http://Benny.over-blog.de

Auch, wenn die SchülerInnen die Quellenfotos aus Wikimedia Commons – der frei lizensierten und public-domain-Bilddatenbank  –  in ihre Blogs einbinden dürfen, würde ich sie allerdings anhalten, die Quelle zu nennen. Nicht alle Bilder sind, wenn man sie außerhalb von wikimedia wiederveröffentlicht, übrigens vollkommen frei. Manchmal muss man  zumindest den Autor nennen – CC-BY – siehe http://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:Reusing_content_outside_Wikimedia – Dies ist auch eine günstige Gelegenheit, mit den Schülern über Bildrechte, Urheberrecht und Creative Commons zu sprechen. Dann sind sie auch bei ihren privaten Blogs mit dem notwendigen Rüstzeug ausgestattet.

Veg’s „neverseconds“ – Blogs sind Partizipationsmedien

Dass Blogs auch in der Schule sehr viel mehr sein können als nur nette tools, um den Unterricht besser „umzusetzen“,  sieht man an diesem Blog der 9-jährigen schottischen Schülerin Martha Payne mit dem Nick-Namen „Veg“. Der Name des Blogs „neversoconds“ bezieht sich auf die Praxis, dass beim Essen in der Schulkantine niemals ein Nachschlag gewährt wird.

„Veg“ fand ihr Schulessen schlecht, nicht sättigend und ungesund. Sie kam auf die Idee,  es jeden Tag zu fotografieren und  das jeweilige Bild ihres gefüllten Tellers in ihrem Blog ins Netz zu stellen …

Und das wurde daraus:
Innerhalb weniger Monate verbreitete sich das Blog in der ganzen Welt unter SchülerInnen, die mit ihrem Schulkantinenessen unzufrieden waren. Die Printmedien schrieben darüber, und Jamie Oliver, der beliebte englische Kochpädagoge (meine Bezeichnung), lud Veg zum öffentlichen Kochen ein. Und natürlich musste die Schule vor Ort reagieren – das Essen soll besser geworden sein, und es gibt inzwischen Nachschlag.
Veg sammelt außerdem Spendengelder in großer Zahl zur Unterstützung von Mary’s Meal, ihrem Projekt für Schulspeisung in Ländern mit Hungerproblemen.

(Projekt-)Lernen 2.0 at it’s best!
Was ich neben der beeindruckenden Tätigkeit der Schülerin außerdem bemerkenswert finde: Dieses Ereignis zeigt, wie mithilfe der social media aus dem Bedürfnis, sich um die Verbesserung der eigenen Situation zu kümmern, auch für andere ein großer Gewinn an Lebensqualität entstehen kann. Was aus Marys Blog wurde, ist nicht nur von ihr abhängig, sondern ganz eindeutig auch von den Reaktionen auf ihr Blog: Die Eltern unterstützen sie, sie bekommt positives Feedback von Peers und Erwachsenen vor Ort, sie muss nachdenken über den Hinweis, dass sie froh sein könnte, dass sie überhaupt etwas zu essen hat, anderswo wäre das nicht gesichert, usw. Sie lernt und wächst an ihrem eigenen Projekt, das sich in ein wachsendes Netz an „Mitlernern“ verwandelt.

Auch bei uns ist das Blog „neverseconds“ von Martha alias Veg inzwischen bekannt. Hier ein Artikel aus der Zeit.

Neue Schulblogs

Gleich zwei neue Schulblogs hat die Stadtteilschule Bahrenfeld in Hamburg:

Das Unterrichtsblog „Migration-Integration“, ein thematisch orientiertes Kursblog des Profilkurses Politik/Gesellschaft/Wirtschaft:
http://migrationintegration.wordpress.com

und ein Schülerblog von SchülerInnen des Kunstprofils der 12. Klasse betrieben:
http://bk12bah.wordpress.com/

Es lohnt sich, darin zu stöbern!